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Griechenland – wird berichtet – bleibe jetzt beim Euro. Sind somit alle Probleme gelöst?

Warum und wie ist Griechenland in den währungspolitischen Abgrund gestürzt?

Schulden-Verdreifachung
Griechenland hat sich – damals schon mit verbrecherisch gezinkten Zahlen – ins Euro-Konstrukt regelrecht hineingeschmuggelt. Schon damals überschuldet, wurde ihm als Mitglied der Währungsunion Kredit plötzlich zu gleich günstigen Bedingungen gewährt wie der EU-Wirtschafts-Lokomotive Deutschland. Faktisch zu einem Drittel der Schuldzinsen, die Griechenland zuvor als Drachme-Land abverlangt worden waren. Wie hat Griechenland auf diesen «unverhofften Segen» reagiert?

Griechenland verfiel dem Glauben, neu die dreifache Verschuldung zum gleichen Preis zu erhalten, den es in der Vor-Euro-Zeit für seine Schulden bezahlt hatte. Also blies es seine bereits viel zu hohe Verschuldung ins Masslose auf. Besonders verhängnisvoll: Es legte sich Sozialwerke nach dem Muster nordeuropäischer Wohlfahrtsstaaten zu. Alles auf Pump! Lasten entstanden, welche die griechische Wirtschaft nie und nimmer zu erarbeiten vermochte.

Ausweglos gefangen
Dass Schulden nicht bloss zu verzinsen, vielmehr auch zurückzubezahlen sind, wurde kurzerhand verdrängt. Zusätzlich bewirkten die völlig aus dem Ruder laufenden Soziallasten eine massive Verteuerung aller Arbeitsprozesse. Die sog. Lohnstück-Kosten, die im Norden Europas eher zurückgingen, explodierten förmlich. Die produktive Wirtschaft begann auszuwandern. Die Touristen blieben aus – sie zogen die viel günstigeren Badeorte an der türkischen Küste Kleinasiens vor.
Bilanz: Massiv steigende Kosten, gefährlich sinkende Produktion.

Doch unauflösbar an den Euro gefesselt, kann Griechenland nicht mehr abwerten. Korrekturen sind nur noch möglich mittels massiver (bis zu einem Drittel!) Lohnsenkungen und noch massiverer Kürzungen der unbezahlbaren Sozialleistungen – bei gleichzeitig markant steigender Arbeitslosigkeit.

Griechenland lechzt nach «Entlastung». Entlastung kann nur heissen: Das «reiche Deutschland» – trotz Exporterfolgen in Wahrheit bereits selber überschuldet – muss für Griechenland bezahlen – zur grossen Begeisterung der Deutschen. Und Brüssel muss den Euro noch stärker inflationieren – also entwerten. Zum Schaden der Lohnempfänger, auf Kosten der Rentner, auf Kosten von Pensionsansprüchen, mittels Beraubung der Sparer in ganz Europa.

Was unternimmt die Schweiz?
Für die Schweiz, für die Schweizerinnen und Schweizer gibt es angesichts dieser durch und durch desaströsen Entwicklung nur eine Schlussfolgerung: Hütet euch vor der Währungsunion! Tut alles, dass der Franken nicht auch in den Euro-Überschuldungsschlamassel gerissen wird! Behaltet die währungspolitische Handlungsfreiheit! Sorgt dafür, dass der Franken seine Stabilität bewahren kann – insbesondere durch sorgfältige Pflege seines Fundaments an Goldreserven.

Ohne stabile eigene Währung keine politische Stabilität! Ohne stabile eigene Währung keine eigenständig handlungsfähige stabile Schweiz!

Ulrich Schlüer